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Mein Weg mit Kundalini 8

Ohne Raum und ohne Zeit


Von wann genau die Erinnerung ist, kann ich nicht sagen. Ich muss gerade überlegen, ob nicht doch beim ersten Mal dies geschah, was geschah. Ich wurde nicht gleich operiert, sondern sie versuchten meine Hüfte mit Hilfe von Gewichten wieder 'einrenken' zu lassen. So ähnlich wie mit einer Spreizhose. Ich lag in einem Zimmer mit einem Mädchen, die schon länger im Bett lag. Sie hatte auch eine Hüftoperation, aber sie wurde nicht von der Seite operiert, sondern von der Leiste her. Ich denke, diese Erinnerung ist deswegen so schemenhaft, weil es damit zu tun hat, dass mir zum ersten Mal Raum und Zeit verloren gingen. Jedenfalls lag ich schon länger im Krankenhaus, denn ich hatte den Luxus eines Fernsehens, den mein Vater mir besorgt hatte. Es muss irgendwann am Nachmittag gewesen sein, als ich spürte, dass ich eigenartig müde wurde und ich einschlief. Für wie lange? Keine Ahnung. Ich wachte wieder auf und spürte, da war kein Raum und keine Zeit. Wie in Trance kam mir die Idee, meinen Monchichi mit Fäden zu bearbeiten, um eine Marionette daraus zu basteln. Ich weiß noch, ich bekam es nie ganz hin. Der Kopf war zu schwer und meine Bundstifte, die mir als Haltestäbe für die Wollfäden dienen sollten waren nicht ganz so geeignet. Keine Ahnung, wie lange ich da versuchte, diesen Monchichi als Marionette zu verändern. Ich wusste, in mir, dass irgendwo 'über mir' etwas mich lenkte und an Fäden zog um genau das zu machen, was ich gerade tat. 'Ich' beobachtete sozusagen 'mich' selbst. Es war kein unangenehmes Gefühl, es war sehr ruhig und still. Da war nichts, was mich irgendwie beunruhigte oder sogar verärgert zurückließ, weil ich es nicht schaffte eine Monchichi-Marionette zu bauen. Irgendwann ließ ich es einfach sein und dachte: "Manchmal funktioniert es und manchmal eben nicht."

Solche Momente sollten in meiner Kindheit und Jugend nun seltener vorkommen. Ich tauchte danach so tief in das Körper-Verstand-System ein, dass ich mir alle Glaubenssätze, Muster und Konditionierungen glaubte. Ich glaubte nun fest daran, dass ich einen freien Willen habe und ich ein Individuum mit eigenem 'ich' und starkem Ego bin. Ich glaubte daran, dass ich etwas tun konnte, um Dinge zu verändern und dass die Welt gerettet werden muss.

Es dauerte genau bis zu meinem 21. Geburtstag, als ich langsam aus diesem Traum erwachen sollte.





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