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Mein Weg mit Kundalini (9)

Aktualisiert: 9. Juli 2021

Es gab viele Vorboten, bevor Kundalini erwachte. Sie nun alle aufzuzählen liegt mir fern, aber es gibt drei für mich wichtige Abschnitte in meinem Leben, wo ich jetzt weiß, dass sich so allmählich das erste Tor zum Erwachen öffnen wollte - ich war auf dem Weg dorthin.


Parvatis Traum

Als ich 18 Jahre war, war ich in meinem letzten Abi-Jahr und es kamen neue Schüler in meine Schule und demnach auch in meine Klasse. Da gab es einen jungen Mann, den fand ich sehr anziehend. Ich muss dazu sagen, im Bezug zu Beziehungen und Sexualität war ich nicht prüde, aber doch sehr wählerisch. Ich hab gern geflirtet, auch gern etwas mehr, doch zum eigentlichen Geschlechtsakt ist es nie gekommen. Ich hatte schon immer ein ganz tiefes Gefühl in mir, dass es mir nicht nur darum ging, mich körperlich sexuell zu befrieden mit Männern, das konnte ich selbst und habe mich auch schon früh selbst befriedigt. Mir ging es immer irgendwie um eine 'tiefere' Sexualität, die ich bei vielen meiner Flirts nicht wirklich spürte. Ja, den Spaß schon, aber wenn es zum Finale kommen sollte, war ich geschlossen wie eine Auster. Ich dachte erst, ich hätte vielleicht irgendwelche schlechten Erfahrungen gemacht, die ich vielleicht unbewusst mit mir herumtrug. Doch jedes Mal, wenn ich weiter als nur Petting gehen wollte, ging gar nichts mehr. Das zog sich wie ein roter Faden bis zu meinem 27. Lebensjahr hin und dann fand meine Seele die Seele, mit der sie sich verschmelzen wollte und mit ihm lebe ich bis heute in einer sehr nährenden Partnerschaft. Doch nun zurück zu dem jungen Mann, ich nenne ihn mal Paul - wir hatten immer mal zwischendurch was am Laufen, aber es wurde nie wirklich etwas Ernstes daraus. Ich begriff meine Sexualität nicht immer - da war ein inneres Feuer und Verlangen, aber jedes Mal, wenn ich das mit ihm ausleben wollte, sperrte sich etwas in mir. Es lag wirklich nicht an ihm, das wusste ich. Mir war damals einfach noch nicht klar, um WAS es MIR eigentlich ging.

Eines Nachts träumte ich einen Traum. Ich befand mich im Weltall. Ich wusste, ich war 'ich' irgendwie, aber mein Körper war nicht der, den ich gewohnt war als Sandra. Ich sah mich auch nicht wirklich. Doch war ICH es definitiv. Ich hatte nur das Gefühl, komplett angezogen zu werden. Und so schwebte ich durch das dunkle All in sehnsuchtsvollem Erwarten zu finden, was ich zu finden bestimmt war.

Dann sah ich ihn. Noch klein, weil etwas weiter entfernt, doch ich konnte seine Umrisse schon erkennen. Da saß ein wunderschöner Mann mit Dreadlocks, bläulich schimmernder Haut mit geschlossenen Augen im Schneidersitz. Mein Herz pochte stark und es war, als würde es nach IHM rufen. Jede Faser meines SEINS zog sich zu ihm und ich war wie in Trance und voller Bliss. Je näher ich kam, desto weiter wurde es in mir. Desto stärker wurde die sexuelle Erregung in mir. Ich wusste, es ging nicht einfach nur um Sex - es ging um ALLES. Jedes Atom in mir 'schrie' förmlich nach ihm und als ich endlich ankam, setzte ich mich auf seinen Schneidersitz. Ich weiß nicht mehr ob sein Lingam (Penis) in mir war, das war nicht wichtig. Ich fühlte mich vollkommen und komplett. Die Sehnsucht war beendet und ich wusste, ich bin Zuhause.

Dann wachte ich auf und konnte damit erst mal nichts anfangen, außer, dass mich eine tiefe Trauer erfasste, weil ich erkannte, es war nur ein Traum. Später dann hab ich erfahren, dass es sich um Shiva und Parvati handeln musste. Ich hatte bis dahin keinerlei Ahnung und Kontakt mit dem Hinduismus, Yoga oder Veden.


Ich erzählte es Paul, doch er verstand es nicht und hielt es für eine sexuelle Einladung. Irgendwann beendete ich den Kontakt, weil ich mich nicht wirklich wohl und missverstanden fühlte. Ich wusste ja selbst nicht mal, was da mit mir geschah. Es verwirrte mich nur und darum beschloss ich, erst mal als Single durch die Welt zu gehen. Später hat mich Shiva und Parvati immer sehr berührt, obwohl definitiv Saraswati meine Haupt-Devi im Bezug zu meinem Wesen ist. Es heißt, Saraswati war mal mit Shiva liiert, bevor sie Brahma kennen und lieben lernte. Heute erinnert mich mein Lebenspartner an Brahma.




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